Realsisierungswettbewerb für die Errichtung eines modernen Studentendorfes in Berlin-­‐Treptow, Plänterwald, auf einem ca. 11.000 m² großen Grundstück mit einer Bruttogrundfläche von ca. 16.500  m². Die Bearbeitung erfolgte in ARGE mit bk2a architektur, Köln.

Innovative gestalterische Planung für die Errichtung  von ca. 400 Wohneinheiten mit ca. je 27 m² Wohnfläche (inkl. Bad und Küche), unter Verwendung von ISO-­‐Freight Containertypen, z.B. 40′-­‐Frachtcontainer mit den Maßen 8 ft breit, 40 ft lang, 9,6 ft hoch, Modell High Cube, als standardisiertes und vorgefertigtes Grundmodul, „schlüsselfertig“ zu einer Wohneinheit ausgebaut.

Für Berlin ist es das erste Bauvorhaben dieser Art. Es ist in Sachen Studentenwohnen ein absolutes Novum auch für Deutschland. Es spiegelt den Zeitgeist von preiswertem und coolem Wohnen im künstlerischen Architekturambiente wieder.  Energiesparend, platzoptimiert und erschwinglich für Studenten aus aller Welt.
Studentisches Wohnen ist geprägt von Individualität und Gemeinschaft – es ist hip und bieder zugleich. Der Anspruch aus Seecontainern ein Wohnumfeld für Studierende zu schaffen ist ein Spiegel dieser gegensätzlichen Pole. CubeCityBerlin arbeitet bewusst mit diesen Gegensätzen – der rohe Charme der gebrauchten Seecontainer wird beibehalten und bewusst inszeniert, zugleich werden individuelle, fast klassisch zu bezeichnende Studentenwohnungen
im Inneren der Cubes geschaffen.

Ansicht des Innenraumes

Ansicht des Hauptzugangs

1. Abgrenzung zur Straße und Bahntrasse
Die Gebäude werden in Zeilenbauweise erstellt (entsprechend der Umgebungsbebauung) und so positioniert, dass sie das Grundstücksinnere einerseits gegen den
Verkehrsschall schützen und andererseits eine sichtbare Kante und Einfassung des Studentendorfes schaffen.

2. Belichtung
Die Gebäudekörper werden so positioniert, dass eine optimale Belichtung der Wohneinheiten, des Grundstücks und der inneren Gemeinschaftflächen entsteht.
Die inneren Aussenflächen werden so bis in die späten Abendstunden gut belichtet und können vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein für gemeinschaftliches
Aktivitäten nutzt werden.

3. Innere Erschließung – CubeAlley
Das Grundstück wird durch eine zentrale Achse unterteilt und erschlossen. An diese Achse gliedern sich alle Gemeinschaftsnutzungen, sowie die Erschließung (Treppenhäuser) der Gebäude an.
Dieser Erschließungsweg oder CubeAlley wird zum zentralen, identitätsstiftenden Element, das nicht nur die direkte Zuwegung zu den Gebäude ermöglicht, sondern
auch zur Aufenthalts und Begegnungsfläche wird, auf der sich alle Bewohner des Studentendorfes treffen.

4. Innere Erschließung 2 + Barrierefreiheit
Die Erschließungskerne (Treppenhäuser) zu den Obergeschossen gliedern sich an die zentrale CubeAlley an. Aus den Außenräumen heraus werden zudem die Ergeschosswohnungen erschlossen. Hier befinden sich auch die behindertengerechten Wohnungen, so dass eine barrierefreie Erschließung auch ohne Aufzug  gewährleistet werden kann.

5. Außenräume – CubeSquares
Die Aussenräume werden durch die modulierte Schichtung der Cubes gefasst. Die Unterschiedlichen Zonen werden thematisch differenziert:
- Sportfeld
- multifunktionale Grünfläche
- Biotop (ggf. Nutzung als Sickerfläche für das Oberflächenwasser)
- Urbane Gärten
- Grillplätze
Dadurch erhalten die Flächen jeweils einen unterschiedlichen Charakter, der zum lebendigen Bild der CubeCity beiträgt. Die Freizeitgestaltung der studentischen
Bewohner kann und soll auf dem Gelände der CubeCity stattfinden.

6. Sondernutzungen
Die Sondernutzung wie Verwaltung / Empfang, Waschsalon, Cafe und Veranstaltungsräume sind entlang der zentralen Cube Alley angeordnet und aktivieren diese zusätzlich. Durch Einrichtungen wie das Cafe wird eine Begegnungsort geschaffen, der die Gemeinschaft der Bewohner stärkt – ein anonymes nebeneinanderwohnen  wird vermieden.

7. Erschliessung und Barrierefreiheit
Im Erdgeschoss sind die Sondernutzungen und die optional barrierefreien Wohnungen angeordnet. Die Erschliessung erfolgt von plattierten Wegen nach dem
gleichen Prinzip stirnseitig in die Cubes.

8. Lagerflächen
Den Wohnflächen sind auf jeder Ebene Lagerflächen in eigens dafür leer belassenen Containern vorgesehen. Darin können sich die Bewohner nach Bedarf
Zusatzraum mieten.

9. Fahradstellplätze
In den vertikalen Erschliessungsflächen sind hinter den Treppen, dezentrale, überdachte Abstellplätze für die Fahrräder vorgesehen.

Die Wohneinheiten (Einzelzimmer, 2-er WG oder 4er WG) arbeiten ausschließlich mit einer stirnseitigen Erschließung und Belichtung. Die ursprüngliche Logik der Beladeöffnung der Container wird als transparente Öffnung ausgebildet – Wohn-, Koch- und Schlafräume werden jeweils zu diesen hellen Zonen etabliert. Bad- und Stauräume werden in den zentralen Zonen angeordnet, Die Schachtführung ist logisch übereinander konzipiert.

Der Entwurf arbeitet mit einer versetzten Schichtung der Seecontainer in der Vertikalen und in der Horizontalen. Damit wird ein effizientes Erschliessungssystem ohne Zusatz- oder Vorbauten geschaffen, sowie gute Belichtungssituationen der Innenräume bei minimalen Eingriffen in die statische Logik der Seecontainer gewährleistet.
Es resultiert ein überraschend lebendiges Bild der Containerschichtung und auf jeder Ebene entstehen wechselseitig ausgerichtete Wohnsituationen.

10. Identität
Die roh belassenen Seecontainer spiegeln, sowohl die heutige Mobilität und Internationalität der Studenten, als auch den ureigenen rohen Charakter der gerade bei
Studenten beliebten Berliner In-Bezirke mit ihrer allgegenwärtigen Street-Art wieder.